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Sa 4. Januar 2003
JAHRESWECHSEL IN BAD HONNEF!!!
Vier Tage Ruhe und Erholung in der Villa Schaafhausen!
Letztes Jahr Silvester der Aufenthalt im Schwarzwald hat uns so gut getan, dass wir auch an diesem Jahreswechsel wieder fern von zu Hause ausspannen wollten.
Da Jana inzwischen nicht mehr in Freiburg wohnt, mussten wir ja nicht mehr unbedingt so weit fahren, und Schnee gab es über den Neujahrstag auch höchstens in Ostdeutschland, so dass wir uns getrost etwas Neues in der Nähe aussuchen konnten.
Villa Schaafhausen ist ein esoterisch-ayurvedisch angehauchtes Tagungshaus zwischen Bad Honnef und Drachenfels, vegetarisch und rauchfrei, mit Sauna, Massage, und allen möglichen Anwendungsmöglichkeiten, und bis zum Neujahrstag waren auch zwei Gruppen im Haus, die die letzten Tage des Jahres zu Selbsterfahrungs-Seminaren genutzt haben.
Wir beiden waren praktisch die einzigen Einzelgäste, aber das hat nicht weiter gestört, außer vielleicht dass der Kontakt mit den anderen Gästen dadurch etwas erschwert war, wiel die anderen ja in eine feste Gemeinschaft integriert waren.
Die Tage vom 30.12. bis 3.1. waren aber auf jeden Fall sehr erholsam, - wir sind viel in den angrenzenden Wäldern und in den Bad Honnef und seinen Vororten herumgewandert, ich war zum ersten Mal auf dem Drachenfels, wir haben uns im Haus verwöhnen lassen und die Sauna und das Solebad genossen, gelesen, Gitarre gespielt, immer bis morgens um 10 Uhr geschlafen, und im Haus mit seinen verwinkelten Treppen und Dachzimmerchen und Tagungsräumen herumgestöbert.
Sa 15. Februar 2003
OMA RENI IST VERSTORBEN!!!
Heute in den frühen Morgenstunden ist Janas Schwiegermutter sanft eingeschlafen!
Es war kein überraschender Abschied. Seit langen Jahren hatte sie MS und benötigte in den letzten Jahren mehr und mehr eine Gehhilfe. Und dann hatte sich in den letzten Jahren zusätzlich noch Krebs entwickelt, der auch nicht mehr operierbar war, so dass die Ärzte ihr nur noch begrenzte Zeit gegeben hatten.
Sicher war es gut, dass im Herbst Jana und Gernot mit den beiden Kindern ins Haus der Schwiegereltern gezogen waren. Zwar konnte Oma Reni mit Ronja und Finn nicht mehr herumtoben, aber sie hat es genossen, ihre Enkelkinder um sich zu haben und sich an ihnen zu freuen.
Auch für ihren Ehemann Jo ist es sicherlich gut, jetzt nicht allein in dem großen Haus zurückzubleiben, sondern mit den Kindern und Enkelkindern unter einem Dach zu wohnen. Das hilft ihm auch, über den ersten großen Schmerz hinwegzukommen.
Di 18. März 2003
BUSH GEGEN SADDAM!!!
Seit heute herrscht Krieg im Irak!
Die neue Weltordnung, die uns die US-Regierung versprochen hat, ist in die Tat umgesetzt worden:
Trotz massiver Proteste aus aller Welt, vor allem durch die Regierungen in Frankreich, Deutschland, Russland und China, hat die US-Regierung heute Irak den Krieg erklärt.
Vordergründig, um Iraks Alleinherrscher Saddam Hussein an der Entwicklung von Maasenvernichtungswaffen zu hindern, und um gegen islamischen Fundamentalismus vorzugehen.
Aber wer sich die Verstrickungen von US-Regierungsmitgliedern mit der US-Öl-Industrie ansieht, der kann keinen Zweifel daran haben, dass es in erster Linie um das Öl in dieser Region geht.
Seit der Ölkrise in den Siebzigerjahren sind die USA zunehmend auf Öl-Importe angewiesen, und da mehr als zwei Drittel der Welt-Erdöl-Reserven im Boden des Vorderen Orients schlummern, hat die Region Saudi-Arabien/Irak/Iran für die USA immense strategische Bedeutung.
Da macht es George Troubleyou Bush nichts aus, sich über das Votum der UN und über die Mehrheit aller Staaten hinwegzusetzen und seine Soldaten in den Irak einfallen zu lassen.
Do 27. März 2003
62 JAHRE!!!
Ein Tag voller Überraschungen!
Heute vormittag bin ich in der Schule geradezu überschüttet worden von guten Wünschen zu meinem Geburtstag!
Meine 5. Klasse hatte sich etwas ganz besonderes ausgedacht: Sie haben in den letzten Tagen in der Schule für mich einen Geburtstags-Videofilm gedreht!
Mehr als eine halbe Stunde lang Geburtstagslieder, Sketche, Interviews mit anderen SchülerInnen und LehrerInnen, total lieb, total süß, eine Super-Erinnerung!!
Dazu gab's Kuchen und diverse geschriebene Geburtstagsgrüße, und in der zweiten Stunde kam auch noch meine vorherige Klasse mit ihrem Klassenlehrer zu einem Geburtstagsständchen vorbei.
Nach der 6. Stunde habe ich dann noch mit ein paar SchülerInnen der 5b draußen vor der Schule in der Sonne gesessen und wir haben zusammen gesungen, und um halb drei gab's gemeinsames Kaffeetrinken im A.W.H..
Anschließend um fünf waren Inge und ich noch eine halbe Stunde zur Demonstration gegen den Irak-Krieg am Friedenszeichen, und abends schließlich mit Rosita und Erik gemütlich bei uns zu Hause.
Hier als kleine Kostprobe eins der Geburtstagsbriefchen:
Von Snowy für Klausi
Lieber Klausi,
Herzlichen Glückwunsch zum Geburztag, ich wünsche dir alles, alles gute auf dieser Welt den das hast du dir reglich verdient. Ich wünschte du würdest für immer unser Lehrer bleiben den du bist der beste Lehrer auf der ganzen Welt. Alls ich dich das erste mal gesehen habe dachte ich oh, Gott was ist das den für einer. Aber wie sich herausstellte ein Lehrer der Superlative. Ich bin sehr froh das wir dich haben und ich wünschte du würdest immer unser Lehrer sein. Ich danke dir viel mals für die schönen Tage mit dir und ich hoffe es wird noch viele solche Tage geben!!!!
Alles Gute
Snowy
Sa 5. April 2003
VOLLER TAG!!!
Sechzehn Stunden unterwegs!
Gestern am Freitag bin ich ausnahmsweise mal mit dem Auto zur Schule gefahren: Am Wochenanfang hatten Inge und ich das Auto mit frischen Weidenzweigen vollgepackt, damit ich am Freitag das Weiden-Teepee an meiner Schule etwas aufpeppen konnte.
Der Freitag-Vormittag war ganz normal: Zuerst zwei Stunden Englisch in meiner Bi-Klasse, dann Pausenaufsicht, dann eine Vertretungsstunde in der 9. Klasse, dann mit dem Auto eine Runde zu Toom (Schaufeln kaufen) und zur Sparkasse (Geld einzahlen), dann eine Stunde Erdkunde in meiner Klasse, und abschließend Englisch-Erdkunde in der Differenzierung der 10. Klasse.
Von eins bis halb fünf sind meine halbe Klasse und ich anschließend auf dem Schulgelände aktiv: Zwischen den fünf Pfosten des Teepee müssen wir Gräben hacken und schaufeln, Weidenzweige hineinsetzen, wieder zuschaufeln und kräftig begießen.
Ziemlich zu Anfang kippe ich einmal mit der Leiter um und lande platt auf dem Rücken, und meine Kids stehen ganz besorgt um mich herum, was mir wohl passiert ist. Aber außer einer leichten Verstauchung und ein paar blauen Flecken hat es wohl weiter keine Folgen.
Zwischendurch gebe ich eine Runde Pommes und Getränke aus, denn um vier Uhr geht's für alle schon nahtlos weiter: Der 12. Jahrgang hat für die Kiddies eine Unterstufenfete von vier bis acht organisiert. Ich habe mit zwei, drei Kollegen Aufsicht von vier bis sechs, und in dieser Zeit wagen sich ein paar Mädchen sogar zu einem Karaoke-Wettbewerb auf die Bühne, - es ist also nicht langweilig.
Dann kurz nach Hause, die verschwitzen Klamotten aus, zehn Minuten zum Entspannen in die Badewanne. Denn abends sind Inge und ich in der Gesamtschule Helfe, wo uns drei Männer und eine Frau als 'Die Daktiker' ein fetziges Kabarett-Programm vorsetzen.
Die Daktiker spielen sich nach und nach durch die gesamte Belegschaft einer Schule (Schüler/Hausmeister/Sekretärin/Lehrer-Typen/Chef) und begeistern die Zuhörerschaft - wahrscheinlich 98,73% LehrerInnen - mit all den Klischees, die sich um Schule ranken. Es ist so spannend, dass ich wirklich nur zweimal ganz kurz in Sekundenschlaf falle, und das will bei dem anstrengenden Tag schon was heißen.
Voll war's gestern, aber schön war's auch.
Ich hoffe nur, dass bis Montag nicht schon wieder irgendwelche Idioten das Teepee auseinandergerissen haben.
Do 1. Mai 2003
TAUSCHBÖRSE HAGEN!!!
Endlich wird auch der Fußboden im Laden erneuert!
Nachdem das ganze A.W.H. nach dem Umbau jetzt wie neu aussieht, mussten nur noch zwei Räume im Erdgeschoss renoviert werden: der Laden und die Bücherei.
Nach einem Honigunfall letzten Sommer hatte der Fußboden im Laden wie Sau ausgesehen: Neunzig Gläser Honig waren eines Abends von alleine ins Kippen gekommen und zig Liter Honig hatten sich so in den Kokosboden ergossen, dass Inge ihn teilweise nur noch wegschneiden konnte.
Die Fliesen für den Laden lagen seit dem Umbau zwar schon bereit, aber die Verlegung hätte zwischen 2.500 und 3.500 Euro gekostet, und da der Verein noch auf Jahre hoch verschuldet ist, gab es dafür keine Chance.
Glücklicherweise ist Rosel, eine unserer Ladenmitarbeiterinnen, gleichzeitig Mitglied im Hagener Tauschring, und sie hat uns den Leiter des Tauschrings vermittelt, der genügend Kenntnisse und Zeit und Lust hatte, den Boden dort neu zu fliesen.
35 Stunden hat er damit verbracht, und jetzt sieht der Fußboden wieder wie neu aus. 35 Stunden, das sind 700 'Talente', die wir jetzt dem Tauschring schulden, denn eine Arbeitsstunde entspricht 20 Talenten, der Währungseinheit im Tauschring.
Mitglieder und Mitarbeiter im A.W.H. müssen anderen Tauschringmitgliedern also jetzt ihre Dienste anbieten: Babysitten, Hund ausführen, Zimmer streichen, Kabel verlegen, Auto leihen, Haare schneiden und und und.
Nebeneffekt: Ab sofort hält der Tauschring sein monatliches Treffen in den Räumen unseres Kulturzentrums ab.
So 4. Mai 2003
BRÜDERWOCHENENDE IN LANGENBIEBER!!!
Der Hinreisetag am Freitag war gleichzeitig der Todestag unserer Mutter vor 13 Jahren!
Damals hatten wir in den anschließenden Monaten beschlossen,
den alljährlichen weihnachtlichen Familienkontakt auf andere Art und Weise aufrecht zu erhalten, woraus dann schließlich die regelmäßigen jährlichen Brüderwochenende entstanden sind.
Diesmal haben wir überlegt: Ist in diesem Jahr nun das neunte oder das zehnte Brüderwochenende? Wir hatten Schwierigkeiten, alle vergangenen Brüderwochenende nochmal Revue passieren zu lassen. Deshalb haben wir beschlossen, dass es ab sofort eine Seite brueder.pitas.com geben wird, auf der wir nach und nach alle Brüderwochenende verewigen wollen.
Was wir zum Beispiel jetzt erst nach dem Wochenende gemerkt haben: Vor acht Jahren haben wir schon einmal ein Brüderwochenende hier bei Hofbieber verbracht!! Hätten wir's gewusst, wir wären sicher noch einmal den alten Spuren nachgegangen!
Statt dessen haben wir unseren Wanderausflug am Samstag zu
einem anderen wunderbaren Ziel gemacht. Von Langenbieber aus
(350 m NN) haben wir die Milseburg erklommen, eine vulkanische Bergspitze die mit 835 m kaum niedriger als die nahe gelegene Wasserkuppe ist.
Der Weg und das Ziel haben uns für alle Anstrengungen entschädigt, die die 500 m Höhenunterschied gefordert haben! Wir konnten es kaum glauben, aber dort oben im pfeifenden Wind gibt es tatsächlich eine bewirtschaftete Hütte, in der wir uns über Rührei, Erbsensuppe und frischen Kuchen hermachen konnten.
Ulli war so begeistert von der Hütte, dass er Uschi am Sonntag auf der Rückfahrt nach Fulda vorgeschlagen hat, sich dort als Pächter zu bewerben.
Unsere Ferienwohnung unter der Dachschräge war ausreichend groß, nur der Esstisch zu klein und die Kochnische für unsere Kochkünste etwas zu verwinkelt, auch die Sauna reichte gerade für drei Personen; aber dafür war das Haus selbst und die Vermieter-Wohnung umso größer.
Aber wir waren ja nicht zum Wohnen hierhergekommen, sondern zum Ausspannen, und dazu hat das trockene und teilweise sonnige Wetter gut beigetragen.
So 18. Mai 2003
GROSSES AUFRÄUMEN!!!
In Hagen und Wehringhausen war am Wochenende großes Saubermachen angesagt!
Die Stadt Hagen hatte es organisiert, und 3.000 Helfer und Helferinnen haben mitgemacht:
Vorgestern am Freitag und gestern am Samstag haben Schulklassen und Vereine Tonnen von Müll von den Straßenrändern und aus Parkeinlagen eingesammelt.
Von unserer Schule waren die drei 5. Klassen beteiligt, die im näheren Schulumfeld Freitag zwischen zehn und dreizehn Uhr Müll gesammelt haben. Einge waren sehr, andere weniger bei der Sache, aber insgesamt war es natürlich spannender als Mathe oder Deutsch.
Unsere Ausbeute reichte von mehreren Autofelgen über halbe Drahtzäune und ganz viel Glas bis hin zu einem Bobbycar-Wrack und einem ausrangierten Handy. Eine Anwohnerin hat uns sogar mit Getränken versorgt, weil sie so begeistert von unserem Müllsammeln war.
Samstag von 14 bis 16 Uhr war dann Helferfete in der Gesamtschule, mit jugendlichem Zirkus und einer Schul-Band, dazu frei Essen und Trinken. Von meiner Klasse war immerhin die Hälfte da, aber ansonsten war die Helferfete nicht besonders gut besucht.
Aber den SchülerInnen hat's Spaß gemacht, und da in der Woche vorher Anja Bußmann in allen drei Klassen noch eine interessante Doppelstunde zum Thema Müllvermeidung vorausgeschickt hatte, ist vielleicht das eine oder andere auch im Kopf hängen geblieben.
So 1. Juni 2003
CAMP FAIR!!!!
Weltladen-Begegnung am Rande des 1. Ökumenischen Kirchentags in Berlin!
Von Mittwoch bis Sonntag, über den Himmelfahrtstag hinweg, trafen sich Weltladen-Leute aus dem Osten, Norden und Süden der Republik in einem mäßig renovierten DDR-Camp 30 S-Bahn-Minuten nördlich von Berlin.
Inge und ich hatten versucht, innerhalb der Ladengruppe für die Fahrt nach Berlin zu werben, aber schließlich waren es doch nur wir beiden, die sich zum Camp Fair aufgemacht haben.
Das Essen war eher mäßig, aber die Begegnung mit den Ossis hat viel Spaß gemacht, viele fruchtbare Gespräche ergeben, ein paar neue Ideen gebracht.
Zwischendurch war genügend Zeit, um den Kirchentag mit seinen Messeständen und Veranstaltungen zu besuchen und um durch Berlin zu schlendern, die Sonne und die gelöste Stimmung in der Stadt zu genießen, Eis zu essen und auf dem Kirchentag Reggae oder Fury in the Slaughterhouse zu hören.
Das Camp Fair lag direkt am Lehnitzer See, so dass wir uns zwischen Weltladentreff und Kirchentag immer mal wieder an den Sandstrand gelegt haben und im See schwimmen waren.
Einer der Höhepunkte von Lehnitz war der Besuch von Father Cullen aus dem Schutzengel-Projekt auf den Philippinen, der in sehr eindringlicher Weise schilderte, wie durch das Mango-Projekt PREDA Tausende von Kindern aus der Prostitution befreit worden sind.
Nach der gemütlichen Anreise am Mittwoch war der Donnerstag Seminartag, an dem Inge die Arbeitsgruppe 'Catering' und ich 'Mitarbeiter gewinnen' ausgesucht hatten.
Meine Gruppe kam am Donnerstag leider nicht zustande, so dass ich zur Gruppe 'Naher Osten' gewechselt bin. Auch sehr eindrucksvoll, weil dort mit zahlreichen Dias und einem persönlichen Bericht die leidvolle Situation der Palästinenser in Westbank und Gaza-Streifen geschildert wurde, mit den alltäglichen Demütigungen und Zerstörungen durch die israelische Staatsgewalt. Vorgestellt wurden u.a. ein Couscous-Projekt und die Behinderten-Einrichtung Sternberg.
Inges Gruppe ist zu ihrem eigentlichen Thema gar nicht richtig vorgestoßen, sondern war mehr ein persönlicher Austausch der Teilnehmerinnen über die Situation ihrer Weltläden.
Abends gab's auf dem Camp Fair jeweils Musik bis zum Abwinken, Samstagabend mit Grillfleisch, und sonntagfrüh waren dann nachts um vier die letzten im Bett
Alle TeilnehmerInnen waren vom Treffen in Berlin begeistert, so dass überlegt wurde, wann und wo und in welchem Rahmen das nächste Treffen organisiert sein könnte.
Unsere Rückfahrt am Sonntagmittag im ICE mussten wir natürlich mit vielen tausenden von den 200.000 Kirchentags-Besuchern teilen, und da wir keine Platzkarten mehr bekommen hatten, habe ich die meiste Zeit auf meinem Kirchentags-Papphocker auf dem Gang zugebracht, - schlafend, lesend, essend. Inge hatte glücklicherweise noch einen (nichtbesetzten) Sitzplatz ergattert :-)
So 8. Juni 2003
LIEBESKUMMER!!!!
Es kann ganz interessant sein, wenn man von Schülern und Schülerinnen um Rat und Hilfe gebeten wird!
Zwei 14-jährige Schülerinnen aus meiner ehemaligen Klasse, ich nenne sie einmal Nuriye und Malangana, haben davon in den letzten Monaten ausgiebig Gebrauch gemacht.
Das erste Ratsuchen liegt schon einige Monate zurück, als Malangana mich um Rat fragte, ob sie nun mit ihrem augenblicklichen Freund und Klassenkameraden weiter befreundet bleiben sollte, obwohl das Verhältnis eher abgekühlt sei; oder lieber dem Drängen eines jungen Mannes einer anderen Schule nachgeben solle, bei dem sie aber nicht wüsste, ob das dann eine Sache von Dauer wäre.
Das zweite Hilfeersuchen war dann schon etwas diffiziler. Nuriye hat einen Freund in Iserlohn (Ortsangabe geändert), den sie nur alle paar Wochen sieht, und zu dem ihre Eltern sie auch nicht alleine fahren lassen. Sie hatte nun ihren Eltern erzählt, dass letzte Woche Samstag ein Klassenausflug mit mir, dem ehemaligen Klassenlehrer, gemacht würde. Und ihre Bitte an mich war: Wenn ihre Mutter am Elternsprechtag nach diesem Ausflug fragen sollte, dann möchte ich das doch bitte bestätigen. - Na ja, die Mutter hat nicht gefragt, aber sie hat durch einen Kontrollanruf bei jemandem aus der Klasse trotzdem die Wahrheit erfahren, während Nuriye in Iserlohn war.
Die dritte Begebenheit hängt mit der zweiten zusammen. Ich hatte Nuriye in unserem Iserlohn-Gespräch gefragt, wie weit sie denn mit ihrem Freund so sei, - einfach um den Besuch und das Risiko besser einschätzen zu können. Das wollte sie mir aber nicht weiter erzählen. Zwei Tage später in Erdkunde im Internetraum hat Nuriye zum Thema 'Stellung der Frau in Cuba' auf ihrem Bildschirm ein Foto von einer ältere Cubanerin mit einer unanständig dicken Zigarre zwischen ihren Lippen. Daraufhin feixt eine Mitschülerin zu Nuriye, "Na, erinnert dich das nicht an morgen in Iserlohn?" und Nuriye grinst mit einem langezogenen "Jaa-aa" zurück, und einem vorwurfsvollen "Musstest du das jetzt unbedingt erzählen?" als sie mein breites Grinsen sieht. Aber auf meine Frage "Ach, das beantwortet meine Frage von vorgestern?" antwortet sie ganz freimütig mit "Ja!"
Der vierte Hilferuf kommt ein paar Tage später. Nuriye ist in Sorge. Seit dem Samstag, "an dem wir zum ersten Mal miteinander geschlafen haben", hat sie nichts mehr von ihrem Freund gehört. Kein Anruf, keine Antwort auf ihre SMS. Ich hätte doch immer so gute Ideen, ob ich ihr nicht raten könnte, was sie jetzt tun soll.
Ich habe ihr geraten, - aber erfreulicherweise kam nach ein paar Tagen die Entwarnung: er sei nur im totalen Schulstress gewesen, und jetzt antworte er wieder.
So 15. Juni 2003
GAPP!!!!
Vier Wochen Schüleraustausch aus Mishawaka/Indiana am unserer Schule!
Näheres darüber steht vorläufig auf der Seite http://gapp.pitas.com
Mi 2. Juli 2003
GAPP-ABREISE!!!
Morgen am Donnerstag fliegen unsere Austauschschüler/innen wieder nach Hause!
(Text wird noch ergänzt)
Fr 4. Juli 2003
JÜRGEN HEIRATET!!!
Gestern haben sich Jürgen und Ute im Hochzeitsturm von Darnstadt das Ja-Wort gegeben!
(Text wird noch ergänzt)
Sa 5. Juli 2003
ORIENTALISCHER ABEND IM STALL!!!
Benefizveranstaltung zugunsten des Hainbuchenhauses!
(wird noch ergänzt)
Sa 5. Juli 2003
BAT MIZWAH!!!
Mein erster Besuch in einer Synagoge!
Wenn ein Mädchen mit zwölf in die jüdische Glaubensgemeinschaft eingeführt wird, feiern sie ihr Bat Mizwah, - die Jungen mit vierzehn ihr Bar Mizwah.
Warwara aus meiner Klasse hatte mich zur ihrer Bat Mizwah-Feier in die Synagoge in der Potthofstraße eingeladen, und natürlich war es für mich ein besonderes Ereignis!
An der Eingangstür bekam ich als erstes das typische kleine Käppchen aufgesetzt, um den Gottesdienst besuchen zu können, und wurde aufgeklärt, dass nach alter Tradition die Männer auf der einen, die Frauen auf der anderen Seite sitzen.
Der lichtdurchflutete Gottesdienstraum im 1. Stock füllte sich dann nach und nach mit rund 60 Personen, - viele alte Männer und viele ältere zurechtgemachte Frauen, zu 90 Prozent russischer Herkunft.
Der gesamte Gottesdienst hat dann fast zwei Stunden gedauert, komplett in Hebräisch. Irgendwann wurde an der Rückwand hinter dem Gebetstisch die Bundeslade geöffnet, die Thora-Rolle herausgenommen und durch den Gebetsraum getragen, und normalerweise wäre die Thora auch entrollt und daraus vorgelesen worden. Der eigentliche Vorbeter hielt sich jedoch wegen eines Todesfalls in Israel auf, und da die Thora ohne Vokale geschrieben ist, konnte diese schwierige Aufgabe niemand sonst erfüllen.
Zwischendurch durfte auch Warwara im Zwiegespräch mit der Gemeinde vorbeten und später noch einmal eine vorbereitete Rede halten. Jedesmal wenn sie fertig war, wurde sie mit Bonbons beworfen, die die vier anwesenden Minderjährigen anschließend wieder aufsammeln durften.
Den Abschluss der Bat Mizwah-Feier bildete dann ein Imbiss im Untergeschoss der Synagoge, bei dem einige Gäste kurze Reden hielten und russisch-jüdische Volkslieder gesungen wurden.
Beeindruckend und interessant.
So 13. Juli 2003
JÜRGENS HOCHZEITS-FETE!!!
... und alle, alle kamen!
(wird noch ergänzt)
So 20. Juli 2003
OPENfAIR 2003!!!
Das wärmste, trockenste und sonnigste OPENfAIR aller Zeiten bisher!
Nach einer Abkühlung Mitte der Woche hatte sich der Wetterbericht festgelegt: Sonne und Hitze satt für ganz Deutschland am Wochenende, erst am Sonntagnachmittag die ersten Wärmegewitter.
Und zwischen dem Beginn des Aufbaus um 11 Uhr und dem Beginn des eigentlichen Programms um 17 Uhr waren wir alle auch schon dreimal durchgeschwitzt. Bis zu 32 Grad im Schatten ist das Thermometer nach oben gegangen.
In diesem Jahr stand das OPENfAIR ganz im Zeichen des Kaffees, genauer gesagt: des Hagener Kaffees, denn nur über eine Aktion zu unserem Agenda-Kaffee waren in diesem Jahr überhaupt noch Zuschüsse von der Stadt Hagen zu bekommen.
Kaffeebraun war dann auch das Programm zwischen 17 und 22 Uhr: Zuerst Ben mit seinen Trommelgruppen, dann die afrikanisch-internationale Gruppe LaméBora mit bunten Kaffee-Songs, und zum Abschluss Hector Morton & Friends mit beschwingten Reggae-Songs.
Das Publikum bevölkerte den Park in gewohnter Zahl von einigen hundert und begleitete die Musik wie üblich zunehmend enthusiastischer mit dem Fortlauf des Abends.
Auf der fertig gestalteten Terrasse war begleitend zum Thema ein großes Karée aus Kaffee-Tischen aufgebaut, im Cafe lockten Kuchen, Quarkspeise und Obstsalat, vor dem Haus ging es heiß her am Getränkestand, daneben bot das A.W.H. ein Gemüsegericht aus der Pfanne an, und neben unserer üblichen Tombola war der Kaffee-Parcours des A.W.H. aufgebaut und ein Afrikanerinnen-Stand bot frittierte Hühnerbeinchen mit Kochbananen an.
Als Helfer hatten wir in diesem Jahr einen sehr engagierten jungen Mann mit Zivilstunden, und dazu ein paar 12-Jährige, die Tombola und Getränke versorgten: aus meiner Klasse die Klassensprecherin Monika und Warwara mit Freund, Freundin und Schwester, die alle fünf von 15 bis 22:30 Uhr mit viel Einsatzfreude und Übersicht dabei waren.
Nach dem letzten Act um zehn nach zehn hätte dann gerne eine Punk-Band aus dem Park noch weitergemacht, aber da sowieso um neun Uhr schon die grünen Männchen und ein erboster Nachbar ("sollen doch hingehen wo sie hergekommen sind") auf der Matte gestanden hatten, haben wir uns das lieber geschenkt ;-)
Es war schließlich kurz nach Mitternacht, als wir nach dem Aufräumen schließlich zu Hause ins Bett fallen durften.
Mo 28. Juli 2003
MERLIN'S RETURN und DANCING QUEENS!!!
Zum Schuljahresabschluss hat meine 5. Klasse ein Aufführungsmarathon gegeben!
Nach Abschluss des Lehrbuches war der ganze Juli für Proben reserviert:
Denn schließlich wollten und sollten wir (wie die Vorgängerklasse) am letzten Schulmontag den neuen Fünfern einen kleinen englischen Sketch vorspielen.
Schon im Juni hatte Warwara aus meiner 5. Klasse nachgefragt, ob sie nicht mit ein paar MitschülerInnen auch zusätzlich einen Disco-Tanz vorführen dürften; und natürlich durften sie.
Eine Gruppe von vier Mädchen (Warwara, Linn, Monika und Márta) und drei Jungen (Tobias, Tjark, Bastian) und eine Choreographin (Kimberly, die auch gerne getanzt hätte, aber sich das Bein gebrochen hatte) haben dann schon im Juni montags in der 7.-9. Stunde in eigener Regie eine Bro'Sis-Tanzsequenz eingeübt.
Und ab Anfang Juli wurde dann während der Englischstunden immer parallel geprobt: Zwei Gruppen übten im Wechsel MERLIN'S RETURN und die Dancing Queens ihren QUEENS' DANCE, - gleichzeitig die einen in der Klasse, die anderen in der Aula.
Die Dancing Queens in eigener Regie, und ab Mitte Juli haben sie sich dann getraut, ihren Tanz der Klasse zu zeigen, von den MitschülerInnen begeistert beklatscht.
Und die Merlins probten das Stück mit mir, wobei ich als Regisseur angesichts der knappen Zeit teilweise sehr ungeduldig und harsch war.
In den letzten sieben Tagen wurde es dann ernst:
Zuerst zeigten die Dancing Queens ihr Können bei einer Oberstufen- und Ehemaligen-Grillparty auf dem Schulhof (und waren so begeistert von sich, dass sie sich dort noch ein zweites Mal zeigten).
Dann am letzten Freitagabend produzierte sich eine Merlin-Gruppe und die Queens vor den Eltern der Klasse.
Und am abschließenden Montag dann schließlich die andere Merlin-Gruppe und die Queens vor den neuen Fünfern und einer proppenvollen Aula.
Die Queens haben ihre Sache super gemacht, und ich war voller Hochachtung, mit welcher Disziplin sie ihre Tanzschritte und Bewegungen aufeinander eingespielt hatten.
Und beide Merlin-Gruppen haben ihre Sache gut gemacht, auch wenn mal der Fernseher nicht richtig funktionierte oder die Bühnentür voller Elan umgeworfen wurde oder meine pyrotechnischen Einlagen nicht immer richtig funktionierten.
Sa 9. August 2003
CRASH - BOOM - BANG!!!
Es war einmal ein Fahrrad!
Gestern abend hat es mich vom Fahrrad richtig auf die Straße gehauen:
Plötzlich löste sich mein Fahrrad unter mir in zwei Teile auf und hat mich ordentlich auf die Straße geworfen.
Was war passiert?
Noch im alten Jahr hatte ich einmal einen kleinen Auffahrunfall auf die vordere Stoßstange eines PKW, der mir die Vorfahrt genommen hatte.
Nichts Schlimmes weiter, und als nach einer Viertelstunde die Polizei immer noch nicht da war, haben wir uns gütlich getrennt, weil erkennbar kein Schaden entstanden war.
Pustekuchen: Vor ein paar Monaten hat man mir in der Werkstatt gezeigt, dass meine Gabel einen Schlag abbekommen hat, und auch auf der dicken Verbindungsstange zwischen Vorne und Hinten waren leichte Unfallspuren zu erkennen.
Gestern hat die Alustange dann unter einem Ermüdungsbruch nachgegeben, und ich konnte mein Fahrread mühsam in zwei Teilen nach Hause schleifen.
Unglücklicherweise sind nämlich Inge, Gernot und die Kinder schon seit Freitagmittag zum Urlaub nach Holland (weil Gernot nur 14 Tage Urlaub hat), und Jana und ich wollen am Dienstag nachkommen (weil Jana am Dienstagabend noch eine Klausur schreibt).
Also habe ich nachts um elf noch Rosita angerufen und gebeten, mich zu verarzten: Der linke Ellenbogen heftig aufgeschrabbt, der rechte dicke Zeh blutig, der linke Oberschenkel heftig geprellt, und daneben noch ein paar kleinere Blessuren.
Heute war ich dann auf Anraten einer afghanischen Röntgenärztin noch im Josefs-Hospital zum Röntgen, aber die Knochen sind sämtlich heile geblieben. Wenigstens hat man mir noch eine Tetanus-Impfung verpasst und mich neu verbunden.
Nach Holland werde ich jetzt wohl ein fremdes Fahrrad mitnehmen, damit ich dann dort wieder meiner Leidenschaft frönen kann, sobald die Wunden halbwegs verheilt sind.
Sa 30. August 2003
ELSENDORP/NL!!!
Drei Wochen Urlaub mit viel Sonne!
Der Sommer in diesem Jahr ist der wärmste seit langem gewesen, mit einer Höchsttemperatur von 40,3 Grad irgendwo im Südwesten. Und in der zweiten Hälfte August meldeten die Zeitungen stolz, dass ununterbrochen der 31. Tag erreicht sei, an dem die Mittagstemperatur über 25 Grad gelegen habe.
Riesige Waldgebiete in Portugal, Spanien, Italien und Südfrankreich sind abgebrannt, weil ebenso wie in Deutschland wochen- und monatelang kein Tropfen Regen gefallen war.
Wir haben daher unsere Reisepläne geändert und sind nicht wie ursprünglich geplant mit den Recklinghäusern an die Ceze gefahren, sondern haben uns die lange Anfahrt gespart und sind einfach über die Grenze in die Niederlande gefahren: zwei Stunden Anfahrt!
In den ersten zwei Wochen waren wir auf dem Campingplatz in Elsendorp mit den Recklinghäusern und mit Lars, und in diesen beiden Wochen herrschte auch noch die große Hitze, wobei man es allerdings im Schatten und am Badesee gut aushalten konnte.
Für Finn und Ronja war es ideal, sie hatten schon am ersten Tag das Gelände im Griff; und Ronja stand ab und zu irgendwo auf dem Platz und seufzte nur, "Ach, was ist das hier schön!" Und für Lars war natürlich super, dass er alleine oder mit uns jeden Tag kleine und große Radtouren unternehmen konnte.
Die letzte Woche hatten Inge und ich dann ganz für uns alleine, die Temperaturen pendelten sich wieder mehr im Bereich 20-25 Grad ein, aber mit viel Sonne und nur einem abend- und nächtlichen Regentief. Diese Woche haben wir natürlich genossen, wir hatten viel Zeit für uns und mussten uns nach niemandem sonst richten!
So 31. August 2003
160 KM!!!
Die Rückfahrt aus dem Urlaub habe ich mit dem Fahrrad gemacht!
Für den Urlaub in Holland hatte mir Eriks Vater sein Mountainbike geliehen, ein flottes Rad mit 3x7 Gängen und sportlichem Lenker, auf dem ich manchen Kilometer gestrampelt bin.
Schon im letzten Jahr hatte ich überlegt: Würdest du die Fahrt von Elsendorp nach Hagen wohl mit dem Fahrrad schaffen? Ich bin noch nie in meinem Leben mehr als 90 km an einem Tag gefahren, und auch rund um Elsendorp waren es nie mehr als 70 km, wenn auch mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von deutlich mehr als 20 kmh.
Unser Abfahrtstag am Samstag war ideal für eine Radtour: Klar, sonnig, teilweise bewölkt, nicht zu warm, mit einem leichten Westwind. Es war schließlich 12:20 Uhr, bis ich die Schranke am Campingplatz hinter mir hatte und mich auf den Weg nach Westen machte. Um 15 Uhr war ich mit Inge irgendwo an einer Straßenkreuzung zwischen Xanten und Wesel verabredet, so dass ich dann dort weiterradeln oder das Rad aufs Auto packen konnte.
Die Verabredung klappte fast auf die Minute, und ich hatte noch gar keine Lust aufzuhören, also ist Inge mit dem Auto weiter nach Recklinghausen und ich mit dem Rad weiter gen Wesel und Ruhrgebiet gefahren.
In Wesel konnte ich mir in letzter Minute in einer Buchhandlung noch eine Radkarte fürs Ruhrgebiet kaufen, so dass ich dann nach Hagen nicht nur auf Bundesstraßen, sondern auch durch wunderschöne Naturschutzgebiete mitten im Ruhrgebiet fahren konnte, ohne mich wesentlich zu verfahren.
Viermal habe ich unterwegs jeweils eine gute Viertelstunde Essens-Pause gemacht, so dass ich - als ich abends gegen 22 Uhr zu Hause ankam - rund acht Stunden gefahren war mit zusätzlichen anderthalb Stunden Pause.
Hätte man mir auf den letzten Kilometern gesagt, du musst jetzt noch zwei Stunden mehr fahren, - auch das hätte ich noch geschafft. Denn das härteste Stück der Fahrt überhaupt war zum allerletzten Schluss der Berg hinauf nach Emst.
Die Rückfahrt war total super, auch wenn der Himmel gegen Nachmittag zunehmend dunkelgrau wurde und ich die letzten zwei Stunden mit Licht - glücklicherweise mit Nabendynamo - fahren musste. Ich würd's jederzeit wieder machen.
Fr 12. September 2003
EINGESCHRÄNKT!!!
Seit dem Wochenanfang humpeln Inge und ich durch die Wohnung!
Ich, weil ich am Freitag letzter Woche in der Stadt von einem Lieferwagen in einer Baustelle abgedrängt worden bin und mich mit dem gerade vier Tage neuen Fahrrad schon wieder voll auf den Rücken gelegt habe. Rechter Oberschenkel geprellt, rechter Ellenbogen geschürft, irgendwelche Muskeln an Rücken und Hals gedehnt.
Und Inge, weil sie am Montag in Bochum anderthalb Stunden in Narkose auf dem OP-Tisch gelegen hat, um ihr Arthrose-Kniegelenk behandeln zu lassen.
Inge hat seit Tanzstundenzeiten Probleme mit dem Kniegelenk, und da es in den letzten Jahren immer schmerzhafter und hinderlicher geworden ist, hatten die Ärzte ihr zu einer Operation geraten. Die Knorpelmasse zwischen den beweglichen Teilen vor allem des rechten Knies war weggerieben, es schabte Knochen auf Knochen, so dass auch die Knochensubstanz schon angegriffen war.
Die Operation ist soweit gut verlaufen, Inge hat jetzt für eine Woche eine feste Gehschiene, die das Knie im festen Winkel von 10 Grad fixiert, und fällt auch in der Schule bis in den Oktober hinein aus. Sie bewegt sich die nächsten zehn Wochen an Krücken durch die Wohnung und darf das operierte Bein nur ganz schwach belasten, aber nach den ersten Tagen Eingewöhnung geht es soweit jetzt ganz passabel.
Fr 26. September 2003
MÜDE!!!
Zurück von der Klassenfahrt nach Burbecke im Sauerland!
Sechzehn elf- und zwölfjährige Mädchen, siebzehn Jungs, dazu Thanusha (16) und Serap (14) aus der 9. Klasse und Snezana, eine supernette Referendarin, als Begleiterinnen.
Diesmal ein Naturfreundehaus in einem kleinen Dorf bei Lennestadt-Elspe im Sauerland, mit 34 Betten, so dass wir ein bisschen improvisieren mussten: Wir vier BegleiterInnen in einem der Vier-Bett-Zimmer, und von den Kiddies mussten sich ein paar ein Bett teilen.
Aber das Haus war einfach schnuckelig und gemütlich, so dass das keine Rolle spielte, und die SchülerInnen schliefen sowieso in manchen Nächten in wechselnden Besetzungen, auch die Mittelstufen-Schülerinnen nicht immer in ihren eigenen Betten.
Das Haus ein Selbstversorgerhaus, das heißt ein Elternpaar hat neben unserem großen Gepäck am Montag und dann heute am Freitag auch Berge von Lebensmitteln hin- und hergekarrt. Natürlich mussten wir für den Eventualfall genügend Lebensmittel mitnehmen, denn der nächste Laden lag eine halbe Gehstunde entfernt; und natürlich hatte ich von manchen Lebensmitteln wieder viel zu viel eingekauft.
Das Wetter hat ganz gut mitgespielt, und außer den üblichen Spielen im Haus und ums Haus (Tischtennis, Schach, Kirschenküssen, Strippoker *g*) haben wir einmal eine Drei-Stunden-Wanderung, einen Ausflug zum Schwimmen und eine Schnitzeljagd gemacht, die allerdings im totalen Chaos endete, weil die Verfolgten sich selbst nicht mehr wiedergefunden haben :-)
Drei von den SchülerInnen sind zwischendurch wegen heimwehbedingter Krankheiten von ihren Eltern wieder nach Hause geholt worden, Nina, Alex und Denise, was für alle natürlich ein bisschen stressig war. Aber außer einem aufgeschrabbten Knie, einer angeschnittenen Fingerkuppe, einem kurzzeitigen Gedächtnisverlust und einer Verstauchung hat es sonst weiter keine ernsthaften Krankheiten und Verletzungen gegeben.
Und die Kiddies haben die Freiheiten im Haus genossen, haben neue Erfahrungen mit Spülen und Essenmachen und Kloputzen und Aufräumen gesammelt, neue Kontakte untereinander geknüpft und ihr Verhältnis zur Sexualität ein bisschen weitergesponnen, - eben bis hin zu nachmittäglichem Strip-Poker, bei dem einer der Schüler dann in Boxershorts mit zwei Schülerinnen in Unterwäsche zusammensaß.
Mi 15. Oktober 2003
ABSCHIED VON TANTE PAULA!!!
Am vergangenen Freitag hat sich Tante Paula von dieser Welt verabschiedet!
Und hätte nicht der Trauergottesdienst direkt neben uns in der Heilig-Geist-Kirche stattgefunden, wir hätten ihn beinahe verpasst. Wir waren ganz überrascht, als um viertel vor neun die Glocken an unserer Kirche zu läuten anfingen, denn eigentlich hatten wir uns auf zehn Uhr eingerichtet.
Also sind wir schnell vom Frühstückstisch aufgesprungen, haben uns in die Klamotten geworfen und Inge ist mit mir rüber zur Kirche gehumpelt. Richtig spät dran war dann aber in Wirklichkeit Paulas Sohn Günther mit seiner Familie, die zwischen Aachen und Hagen in diversen Staus hängen geblieben waren und trotz genügend Spielraum erst mitten im Gottesdienst in Emst angekommen sind.
Anschließend war dann noch ein kurzer Trauergottesdienst in der neuen Trauerhalle auf dem Buschey-Friedhof, bevor wir Paula dann zur letzten Ruhe begleitet haben und uns schließlich bei Änne Buschmann zur abschließenden kleinen Familienfeier getroffen haben.
So ist schließlich von den Zwillingen Audi und Günther nur noch Tante Erna übrig geblieben, die aber immer noch voller Elan ist - wie sie es immer war - und der ich noch ein langes erfülltes Leben wünsche.
Fr 17. Oktober 2003
KRANK!!!
Zwar fangen morgen die Herbstferien an, aber so richtig Schule habe ich noch nicht gehabt!
In der 1. Schulwoche gab es natürlich Konferenzen und Nachprüfungen und Kennenlernen der Klassen und erstes Beschnuppern.
Dann war eine Woche Projektwoche.
Dann war ich eine Woche in der Schule, wo wir in den einzelnen Klassen so langsam angefangen haben, uns in die ersten Seiten der jeweiligen Bücher einzuarbeiten.
Und dann bin ich fast zwei Wochen ausgefallen und nur gerade gestern und heute noch einmal in der Schule gewesen.
Ich hatte keine schlimmen Beschwerden, aber der Arzt hat mich völlig aus dem Verkehr gezogen, und mindestens in der ersten Krankheitswoche habe ich auch kaum etwas anderes getan als zu schlafen. In sieben Tagen habe ich sieben Prozent meines Gewichts verloren, weil ich mich nur von Zwieback und Tee ernährt habe.
Der Arzt war extravorsichtig, weil der Ausgang der Bauchspeicheldrüse leicht entzündet war, wahrscheinlich verursacht durch Abgang von einem meiner zahlreichen Gallensteine ("Sie sind steinreich," wie Dr. Herbert immer zu sagen pflegt).
Und da die Bauchspeicheldrüse ein wichtiges Organ ist, und eine direkte Entzündung der Bauchspeicheldrüse lebensgefährlich sein kann, hat er mich vorsichtshalber auf volle Diät gesetzt und zur Bewegungslosigkeit verdammt.
An den letzten beiden Tagen ging's aber schon wieder, mit dem Erfolg, dass ich mich erst einmal an diversen leckeren Dingen überfressen habe; aber das vergeht ja wieder ;-)
So 26. Oktober 2003
NICHTS GEWONNEN!!!
Die Chance verspielt, 10.000 Euro für's A.W.H. zu gewinnen!
Vor zwei Wochen rief das WDR-Fernsehen an, ob jemand aus dem A.W.H. Lust hätte, in der neuen Spielshow der NRW-Umwelt-Lotterie mitzumachen.
Natürlich, da es die Chance gab, Geld für's A.W.H. zu gewinnen, haben Inge und ich unser Interesse bekundet, und vor anderthalb Wochen tauchte ein junger Mann im A.W.H. auf, um Inge und mich für eine erste Casting-Auswahl zu filmen.
Aus Proporzgründen wurde schließlich ich als Mann ausgesucht, und am Montag vor einer Woche tauchte ein Dreier-Team des WDR im A.W.H. auf, um mich und mein 'ehrenamtliches Engagement' im A.W.H. zu filmen. Montagmittags um zwei Uhr, wo normalerweise das A.W.H. Tote Hose ist.
Also hatte ich die Dancing Queens meiner Klasse animiert eine 'Probe' ins A.W.H. zu verlegen, mit der Chance, sich für einige Sekunden im WDR-Fernsehen bewundern zu dürfen.
Drei Stunden haben die WDR-Leute in Weltladen, Cafe, Saal und Büro gefilmt, und Freitagnachmittag um 16:55 Uhr war das ganze dann als Zweieinhalb-Minuten-Clip in 'daheim & unterwegs' zu bewundern. Gleichzeitig im Anschluss lief ein ähnlicher Clip eines Mitkonkurrenten, und per Telefon-TED hatte das TV-Publikum dann eine halbe Zeit, über uns beiden abzustimmen ... und sich schließlich mit Zweidrittel-Mehrheit für mich zu entscheiden.
Samstagnachmittag um fünf Uhr begann dann der Ernstfall: beim WDR Köln Schminke, Anprobe, Testdurchlauf der Spielshow, Kameraeinstellung und und und. Von acht bis zehn lief schließlich die Aufzeichnung für die 30-Minuten-Show, zu der mir meine drei Frauen im Publikum heftig die Daumen gedrückt haben. Vergeblich.
Eingebettet in die Ziehung der Lotteriezahlen, mussten zwei Mitkonkurrenten und ich Schätzfragen beantworten: wie schnell läuft ein Nashorn, wie viele Sprachen trägt ein indischer Rupienschein, wie sah Bettina Böttinger als Baby aus, wie viele Mausefallen löst eine Kugel aus, und bevorzugt eine 2. Klasse Schummi, Blaubär oder Küblböck als Traumpapa?
Meine Schätzungen waren sauschlecht, so dass ich vor der allerletzten Ziehung schon keine Chance mehr auf den Hauptgewinn hatte, als die Spieleinsätze noch einmal verdoppelt wurden.
Mein einziger Trost: Ich habe für terre des hommes Deutschland die Summe von 2.000 Euro eingespielt, und ich habe einen Besuch am Niederrhein in einem Vogelparadies gewonnen, in dem zigtausende von Zuggänsen überwintern.
Sa 1. November 2003
ON THE ROAD!!!
1.400 km Einkaufsfahrt fürs A.W.H. nach Süddeutschland!
Der Bazaar vom 8.11. bis 15.11 steht unter dem Stichwort DIESSEITS VON AFRIKA und wird schwerpunktmäßig Makonde-Ebenholz-Schnitzereien aus dem ostafrikanischen Tanzania zeigen.
Makonde-Skulpturen kann man sich natürlich nur begrenzt per Katalog bestellen, und da Inge und ich uns auch gerne mal den Damian-Versand in der Nähe von München und die Benediktinerabtei in Münsterschwarzach bei Würzburg ansehen wollten, haben wir uns von Dienstagmorgen bis Donnerstagabend auf eine lange Fahrt in den Süden aufgemacht.
Kurz vor der Abfahrt noch eine Schrecksekunde. Im Keller roch es recht eigenartig, also haben wir noch schnell den Gaskontrollwagen der Mark-E angefordert, denn schließlich wollten wir bei der Rückkehr ungerne rauchende Trümmer vorfinden; aber die Kontrolle hat nichts ergeben, und wir wissen bis heute noch nicht, wo dieser eigenartige Geruch herkommt.
Das Warenlager des Fairen Handels der Benediktiner stellte sich als recht umfangreich heraus, mit sehr schönen Makonde-Schnitzereien jeder Größe; aber vorsichtshalber sind wir dann erst einmal weiter gen Süden gefahren, um auf der Rückfahrt dann zu entscheiden, was wir einkaufen wollten.
Unsere erste Zwischen-Übernachtung im Bully im Altmühltal war recht kühl, Außentemperaturen so um den Gefrierpunkt, aber wir haben gut geschlafen und die Nase ist uns nicht abgefroren.
Mittwoch haben wir dann Stunde um Stunde bei Damian in Grafrath verbracht, die eng mit der Lepra- und Tuberkulosehilfe verknüpft sind, und die seit kurzem jetzt den Rest-Warenbestand des Osnabrücker TEAM-Versandes übernommen haben. Wir haben also unser Auto vollgepackt, unterm Dach, unterm Tisch, in der Koje und den Seitenfächern, so dass noch gerade genügend Platz für unsere zweite Nacht im Auto blieb.
Am Mittwoch sind wir noch zurück bis Münsterschwarzach gefahren und haben vor dem Tor der Benediktinerabtei übernachtet, so dass wir uns die Campinggebühren sparen konnten und uns am nächsten Morgen im Waschraum der Benediktiner frisch machen konnten. Natürlich mit gemütlichem Frühstück mit heißem Tee und Niemand-Brot und Wega-Käse ;-)
Am späten Donnerstagnachmittag waren wir schließlich wieder zu Hause und haben die gesamten Einkäufe im Wohnzimmer verteilt, damit Inge sie mit Preisen auszeichnen und für den Bazaar fertigmachen konnte.
Am Freitag haben wir dann noch eine weitere Einkaufsfahrt nachgeschoben, nämlich zur GEPA nach Wuppertal, und übers Wochenende sieht unser Wohnzimmer jetzt schon fast wie ein halber Bazaar aus.
Zeit, dass wir die Sachen nach und nach ins A.W.H. bringen!
Di 4. November 2003
VICTORIA!!!
Seit rund zwei Jahren bin ich im Email-Kontakt mit Hurricane Girl 01@aol.com
Victoria ist eine 21-jährige, körperbehinderte, 155 cm große junge Dame aus Minnesota/USA, die seit rund einem Jahr meine gesamte Klasse 'adoptiert' hat.
Rund einmal im Monat geht ein Umschlag mit dreiunddreißig englisch-deutschen Briefen meiner Kids in die USA, und Victoria beantwortet jeden einzelnen Brief mit viel Liebe und Hingabe und schickt sie mir komplett im Umschlag, so dass ich sie den SchülerInnen meiner Klasse weitergeben kann.
Nach den ersten Monaten in der 5. Klasse haben sich diese Briefe jedoch zu mehr entwickelt als zu einer simplen Brieffreundschaft! Für einige aus der Klasse ist Victoria inzwischen so etwas wie eine große Schwester geworden, der sie ihr Herz ausschütten, der sie über ihre Probleme berichten, und der sie unendliches Vertrauen entgegenbringen: "Du bist die einzige, der ich scheinbar etwas bedeute."
Und Victorias Antwortbriefe gehen mit viel psychologischem Einfühlungsvermögen auf die Sorgen und Nöte der Kiddies ein, sie versteht die Kinder, sie gibt Rat, sie fragt nach.
Zwar spricht Victoria ein wenig Deutsch, aber diese Briefe sind natürlich in Englisch geschrieben, denn manchmal sind sie mehr als 15 Seiten lang. Dann sitze ich in einer Freistunde mit einem der Kiddies zusammen und lese und übersetze den Brief und erfahre auf diese Weise natürlich auch eine ganze Menge über die Sorgen meiner Kinder. Für die Kinder ist es auf diese Weise gleichzeitig ganz natürlich, dass ich weiß was sie bedrückt, so dass ich in das Zwiegespräch zwischen ihnen und ihrer 'großen Schwester' eingebunden werde.
Auch Victoria profitiert von diesem Zwiegespräch. "I feel happy like I haven't for the recent ten years." In den vergangenen zehn Jahren ist sie in der Schule geärgert, gehänselt und gequält worden; ihr Vater kümmert sich einen Dreck um die Familie; ihre Schwester wirft ihr vor, dass sie ihr ihre Jugend opfern musste; und die Mutter hat keinen besseren Rat zu geben, als ihr zu sagen, sie sei jetzt erwachsen, und da gehöre es sich nicht zu weinen.
Hier ist zum ersten Mal jemand, dem sie nicht (scheinbar) zur Last fällt, sondern hier ist jemand, der sie braucht. Hier sind 'ihre Kinder', denen sie auf Grund ihrer leidvollen Erfahrungen mit Rat und Tat mitfühlend zur Seite stehen kann.
Diese Freundschaft ist für alle Beteiligten also von unschätzbarem Nutzen, und vielleicht wird Victoria im kommenden Frühsommer sogar für ein paar Wochen zu einem Besuch nach Deutschland kommen.
Mi 5. November 2003
INGE OHNE KRÜCKE!!!
Seit vorgestern läuft Inge zum ersten Mal seit Wochen mit nur einer Krücke, und seit gestern auch schon ganz ohne Krücke!
Wochenlang hatte ihr Dr. Herbert empfohlen, das operierte Knie jetzt mal mit 30 kg zu belasten, und jetzt mal mit 45 kg. Aber auch 45 kg heißt ja nicht, dass man jetzt voll belasten, sondern nur, dass man schon mal etwas fester auftreten kann.
Seit zwei Wochen ist Inge schließlich auch zusätzlich bei der Krankengymnastik, um so langsam das Muskelgewebe des operierten Beins wieder aufzubauen. Aber wie sich jetzt herausstellt, ist sie die zwei Wochen ganz falsch behandelt worden.
Unser Hausarzt hat sich also dann zum Wochenwechsel noch einmal telefonisch mit der Krankengymnastik in Verbindung gesetzt, und vor lauter Schreck hat dort jetzt der Chef Inges Knie in die Hand genommen.
Das heißt, täglich eine ganze Stunde Übungen und Bewegungen unter Anleitung, statt zwanzig Minuten. Und das heißt, dass Inge jetzt erst einmal gezeigt bekommt, wie sie eigentlich in den vergangenen acht Wochen mit ihren Krücken hätte gehen müssen.
Spät, aber nicht zu spät, und heute ist Inge sogar zum ersten Mal wieder selbst Auto gefahren!
Do 6. November 2003
HERZELEID!!!
Heute hatte die Schule wieder ausreichend an Problemen zu bieten!
Als ich morgens zu meiner Klasse gehe, werde ich als erstes von zweien meiner Mädchen überfallen, die mir dringendst Erschreckliches zu erzählen haben. Also beschäftige ich die Klasse solange mit dem neuen Englischbuch und höre mir draußen auf dem Flur die Geschichte der beiden an.
Der Bruder von einer der beiden ist am Vortag von einer Gruppe von Gesamtschülern auf unserem Schulhof geschlagen worden, und der Anführer dieser fremden Schüler, ein Nachbar des Bruders, ist in der Vergangenheit schon häufiger als gewalttätig aufgefallen.
Später am Vormittag höre ich mir die Geschichte aus dem Mund des Bruders an, und für den Anfang der nächsten Woche schmiede ich einen Schlachtplan, wie ich dem schlagenden Schüler ein bisschen das Handwerk legen kann.
Wieder zurück in meiner Klasse ist ein Gesprächsthema heute, wie sich das Klima in der Klasse verbessern lässt, so dass die Klasse nicht wie ein Saustall aussieht und keiner von seinen Mitschülern gemobbt wird.
In diesem Zusammenhang taucht auch die Frage nach dem Gemobbtwerden durch Lehrer auf, und ich erläutere den Kiddies einen Stufenplan, wie sich das abstellen lässt: zuerst einzeln mit dem Lehrer sprechen, dann die Klassensprecher einschalten, dann ...
Ich erläutere gerade die zweite Stufe, da schlägt auf einmal unser Neuer die Hände vors Gesicht und fängt bitterlich an zu weinen! Der größte und hübscheste und erwachsenste und beliebteste in der Klasse, in Tränen aufgelöst und von Erinnerungen übermannt an die beiden Schuljahre bei einem fremden Klassenlehrer, deren Wunden also kaum verheilt sind, obwohl das alte Schuljahr schon mehr als ein Vierteljahr her ist!
Ich frage ihn, ob er einen Moment hinausgehen möchte, und die Klasse ist ganz verwirrt und ganz verständnisvoll, als ich ihnen den Zusammenhang erkläre.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass meine Aufgabe immer mehr in die eines Therapeuten statt eines Englischlehrers abgleitet ...
Fr 7. November 2003
HATTRICK!!!
Oder: Aller guten Dinge sind drei!
Irgendwie scheint das Fahrradfahren in diesem Herbst nicht mein Ding zu sein, denn gestern habe ich mich zum dritten Mal in drei Monaten mit dem Fahrrad lang gelegt. Inge und meine 6. Klasse bekommen schon langsam Sorge, ob sie mich überhaupt noch auf die Straße lassen dürfen.
Gestern abend um halb zehn auf dem Weg von der Schulkonferenz nach Hause hat es mich erwischt. Auf dem Radweg der Augustastraße, kurz vor der Einmündung Bergstraße, biegt plötzlich ein PKW von unten her auf den Radweg ein und fährt mir entgegen. Ich gehe voll in die Pedalen und ziehe in der Not auch die Handbremse, und in Sekundenbruchteilen steht mein Fahrrad still, - aber ich fliege ungebremst im Sturzflug auf das Auto zu, dessen Fahrer inzwischen auch gemerkt hat, dass er auf dem Radweg falsch ist.
Noch während des Flugs Richtung Stoßstange überlege ich, ob ich wohl besser direkt aufprallen sollte oder im leichten Winkel, entscheide mich in Sekundenbruchteilen für einen schrägen Aufprallwinkel und liege dann fluchend und mit schmerzendem Nacken und blutendem Knie vor dem Wagen auf dem Boden. Ich schimpfe und fluche, dass dies gerade der beschissendste Tag für einen Unfall ist, denn ich sehe mich schon wie ich während des Bazaars bandagiert im Krankenhaus liege, während Inge im A.w.h. herumhumpelt und die vier Kiddies aus meiner Klasse etwas orientierungslos Bazaardienst machen.
Der Fahrer ruft Notarztwagen und Polizei, und fünf Minuten später sammeln sie mich von der Straße auf, legen mir eine Halskrause an, heben mich zu meiner lebensersten Fahrt in den Krankenwagen und bringen mich zum Röntgen ins Josefs-Hospital nach Altenhagen, - dort werde ich so langsam Stammgast.
Glücklicherweise stellt sich heraus, dass nichts gebrochen ist, dass am Hals nur ein paar Sehnen gedehnt sind und das Bein geprellt. Meine Brille ist lädiert, mein Handy hat einen Schlag bekommen, aber sonst bin ich ganz gut erhalten aus der Sache rausgekommen.
Um halb elf rufe ich dann Inge an und sie kommt dann sofort mit dem Auto, um mich abzuholen. Wir fahren noch bei der Polizei vorbei, um Fahrrad und Helm und Schultasche abzuholen, und ich stelle fest, dass zwar mein Fahrradkorb völlig plattgedrückt ist, das Fahrrad ansonsten aber ganz glimpflich davongekommen ist.
Morgen werde ich dann also mit steifem Nacken im Bus zur Schule fahren und meiner Klasse erklären, dass es mich schon wieder vom Fahrrad geworfen hat.
Mi 19. November 2003
ZUM 28. MAL BAZAAR!!!
Bazaar wunderschön - Presse konfus - Besuch schwach befriedigend!
Inge hatte um die Bühne herum mit Tüchern und Farn und Bärenklau die Makonde-Skulpturen und unser anderes Afrika-Sortiment sehr stimmungsvoll arrangiert, und das ganze wurde in der Woche vom 8.-15. stimmungsvoll mit afrikanischen Kängen untermalt.
Leider hat die Presse schlecht wie selten berichtet.
Weder wurde in den winzigen Artikeln vorher über Makonde berichtet, noch war die Presse zu Besuch, um am Montag ausführlich zu berichten, noch stand die Makonde-Ausstellung täglich in der Zeitung.
Im Vergleich zum Vorjahr fehlten uns finanziell rund 15% Umsatz, und die gingen fast ausschließlich auf den schlecht besuchten Sonntag.
Gut ist in diesem Jahr die Vorbereitung gelaufen, denn da Inge mit ihren Krücken gehandikapt war, hatten sich überdurchschnittlich viele unserer Laden-Frauen zum Aufbau gemeldet.
Etwas chaotisch lief der Bazaardienst am ersten Samstag, denn obwohl vier Schülerinnen aus meiner 6. Klasse zum Dienst gemeldet waren, stand plötzlich morgens um halb zehn ein Drittel der Klasse auf der Matte und wollte helfen. Es gab sogar Tränen, als ich schließlich den größten Teil wieder wegschicken musste.
Am zweiten Bazaar-Wochenende war bei uns zu Hause dann wieder Familie angesagt, denn Lars hatte sein monatliches Besuchs-Wochenende; Jana mit Kindern war von Samstag an hier; Gernot kam am nächsten Morgen zum Sonntagsfrühstück nach, genauso wie Rosita und Erik; und schließlich dauerte das Frühstück dann bis hin zum Nachmittagskuchen mit viel Sahne, bevor die Recklinghäuser mit Lars zu Tina abrauschten, damit der dort rechtzeitig zu Tinas Geburtstagskaffee ankam.
Do 27. November 2003
ZENSUREN ZUM ARBEITS- UND SOZIALVERHALTEN!!!
Lange diskutiert, halten sie jetzt auch an unserer Schule Einzug!
Noch sind sie in NRW nicht verbindlich, aber mehr und mehr Schulen haben angefangen, mit den Zeugnissen auch Bemerkungen zu Mitarbeit, Sorgfalt und sozialem Verhalten an die Eltern weiterzugeben.
Monatelang ist an unserer Schule in verschiedenen Gremien darüber beraten worden, und gestern hat die Schulkonferenz die endgültige Fassung festgelegt.
Beginnend mit den Zwischenzeugnissen der augenblicklichen 8. Klasse wird jede/r der Kolleg/innen für jede/n unterrichtete/n Schüler/in eine Wertung jenseits der fachlichen Zensuren abgeben. Bei jedem der drei Verhaltensbereiche müssen wir ankreuzen, ob das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler/innen
- Anerkennung verdient;
- die Erwartungen erfüllt;
- die Erwartungen mit Einschränkungen erfüllt; oder
- die Erwartungen nicht erfüllt.
Die drei Verhaltensbereiche sind auf dem Bewertungsbogen dann im einzelnen näher erläutert.
Mitarbeit und Ausdauer:
- trägt durch beständige Mitarbeit zum Gelingen des Unterrichts bei;
- arbeitet selbständig und zielstrebig;
- folgt dem Unterricht konzentriert und mit Ausdauer.
Zuverlässigkeit und Sorgfalt:
- erledigt Aufträge in der Schule ordentlich, sauber und zuverlässig;
- bringt Arbeitsmaterialien vereinbarungsgemäß mit in den Unterricht;
sorgt für vollständige und termingerechte Anfertigung der Hausaufgaben.
Verhalten in der Gemeinschaft:
- beachtet Regeln und führt Gemeinschaftsdienste bereitwillig und korrekt durch;
- kooperiert mit anderen hilfsbereit und verantwortungsbewusst;
- respektiert in Verhalten und Wortwahl die Gefühle anderer.
Do 11. Dezember 2003
OMAR-OLOMI-SCHULE!!!
Die Schulkonferenz am Mittwoch hat zugestimmt, dass wir vom Chr.-Rohlfs-Gymnasium aus eine Partnerschaft zu einer neugegründeten Schule in Afghanistan anfangen!
Shewaki ist ein Ort in der Nähe von Kabul, wo unter der Taliban-Herrschaft und den Zerstörungen des Bürgerkriegs kaum noch ein Stein auf dem anderen stand. In den letzten zwei Jahren sind hier mit Hilfe von Misereor einhundert Einfachhäuser zu je 1.000 Euro wiedererrichtet worden, jedes mit zwei 15 qm-Räumen und einem Wirtschaftsraum für eine vielköpfige Familie.
Najma Omar-Olomi ist vor 23 Jahren als Flüchtling nach Hagen gekommen und arbeitet hier zur Zeit als Röntgen-Assistentin, und ihre Familie in Afghanistan hatte in besseren Zeiten dort ein Sommerhaus. Daraus hat Najma im letzten Jahr eine provisorische Schule gemacht, - drei Räume für je 40 Kinder, Jungen und Mädchen.
Innerhalb eines Jahres waren es aber bereits 350 Kinder, die unterrichtet werden wollten, und deren Unterricht dann provisorisch im Freien und in Zelten stattgefunden hat. Najma hat das Grundstück mit dem Sommerhaus ihrer Familie inzwischen der Gemeinde geschenkt, und jetzt versucht sie in Hagen Gelder locker zu machen, damit in der Schule halbwegs normaler Unterricht stattfinden kann.
Inzwischen hat sie hier einen gemeinnützigen Verein zur Unterstützung der Schule gegründet, wohnt in der Mainstr. 34 mit der Telefonnummer 47 35 31, und der Verein 'Bildung für Kinder in Afghanistan' hat die Kontonummer 5025 710 bei der Sparda Bank West mit der BLZ 330 605 92.
Anfangs des neuen Jahres wird Najma also nun durch alle Klassen hindurchgehen und über die Schule berichten, und ich hoffe, dass wir 2004 dann eine vernünftige Patenschaft für die Schule in Shewaki hinkriegen.
Sa 20. Dezember 2003
ALOHA VERA!!!
Es hat tatsächlich geklappt, - wie vor gut zwei Jahren war ich einmal wieder in Bonn, um dort Vera aus Bad Neuenahr zu treffen!
Dabei wäre es fast wieder in allerletzter Sekunde daran gescheitert, dass Vera nicht die 24 Euro hatte, um mir mit dem Zug bis Köln entgegenzufahren. Aber gut dass es Handy und SMS gibt, so dass wir uns noch am Freitagmittag darauf einigen konnten, uns doch in Bonn statt in Köln zu treffen.
Vera ist noch schlanker geworden, und während andere 18-jährige eher dazu neigen, damenhaft und gesetzt zu werden, hat sie nichts von ihrer zauberhaften Ausstrahlung und Lebendigkeit verloren.
Zuerst sitzen wir anderthalb Stunden in einem gemütlichen rauchfreien Teestübchen in inem alten Fachwerkhaus und sie erzählt mir, was es in ihrem Leben alles Neues gibt; wie lange sie jetzt schon mit ihrem Freund Daniel zusammen ist, und dass sie zwischendurch mal zusammengewohnt haben, und wie sehr die Schule sie stresst, und was sie alles für Pläne fürs nächste Jahrzehnt hat:
Zuerst die Schule fertig machen, eventuell auch mit einer Ehrenrunde; dann Lehramtsstudium für die Sekundarstufe; dann drei Jahre Beruf und anschließend ein Sabbatjahr, um die Welt kennenzulernen; dann wieder zwei Jahre Beruf, und dannnnn vielleicht mal Kinder - auf keinen Fall eher.
Anschließend bummeln wir kurz über den Weihnachtsmarkt, der schönere Stände hat als der Hagener Markt, aber nur ein winzig kleines Riesenrad.
Und danach sitzen wir noch einmal anderthalb Stunden in 'Cassius Garten', einem weitverzweigten rauchfreien Vollwertrestaurant direkt am Bahnhof. Vera ist so begeistert vom riesigen Büffet, dass sie sich ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit zwei Teller mit Salat und warmem Gericht vollpackt, und als sie mir schließlich ihre Reste anbietet, muss ich dankend ablehnen weil ich mich selbst auch völlig überfressen habe.
Vera versucht mich zu überzeugen, dass ich mir meine Zigarettenrauch-Allergie nur einrede, dass ich mir nur selbst grundlos das Leben schwermache, weil es eine Allergie gegen Zigarettenrauch eigentlich nicht gäbe. Und natürlich widerspreche ich ihr, dass sicher jede Krankheit und jede Allergie psychische und physische Hintergründe hat, aber dass meine Atemnot in verrauchten Räumen ganz bestimmt nicht nur eingebildet ist.
Es war ein sehr schöner und entspannter Nachmittag, vor allem, da unser Email-Kontakt in den letzten Monaten nahe null gewesen ist und wir uns schon ein kleines bisschen aus den Augen verloren hatten. Jedenfalls hoffe ich, dass Vera ihre Pläne in die Tat umsetzen kann und von den Abhängigkeitsproblemen in ihrer Familie verschont bleibt!
So 21. Dezember 2003
PENSIONIERUNG!!!
"Guck mal, wie glücklich Klaus lächelt," sagt Inge!
Heute nachmittag im Gespräch mit Gisela haben wir festgestellt, dass im Zuge der Sparmaßnahmen der Öffentlichen Hand wohl nicht nur die Stundenzahl raufgesetzt und das Weihnachtsgeld runtergesetzt worden ist, sondern sich auch die Pensionierung verzögert.
Zitat aus einem Rundschreiben des Ministeriums bzgl. des Haushaltsentwurfs der Landesregierung für die Jahre 2004/5:
"Der Eintritt in den Ruhestand wird für Lehrerinnen
und Lehrer im Beamtenverhältnis neu geregelt und damit
dem geltenden Recht für angestellte Lehrkräfte
angepasst. Künftig treten alle Lehrerinnen und Lehrer
mit Ablauf des Schulhalbjahres in den gesetzlichen
Ruhestand, in dem sie das 65. Lebensjahr vollenden."
Was heißt das nun für mich?
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich am Ende des Halbjahres pensioniert werde, in dem ich meinen 64. Geburtstag feiere; das heißt also, noch anderthalb Jahre Schule.
Nach der neuen Regelung ist das nun also ein Jahr später, mit Vollendung des 65. Lebensjahres, also Sommer 2006. Also, - noch zweieinhalb Jahre Schule.
Und das heißt?
Entweder bekomme ich zum nächsten Schuljahr noch einmal eine neue 5. Klasse; oder ich kann unseren Chef überreden, dass ich in meiner augenblicklichen Klasse insgesamt vier Jahre bleiben darf.
Egal wie - da Schule mir weiterhin und zunehmend viel Spaß macht, ist das eine zusätzliche Jahr für mich nicht unbedingt ein Grund für Traurigkeit.
Di 23. Dezember 2003
USA-GESCHENKE!!!
Freitag gab es große Bescherung in meiner Klasse, heute bei Tori in Moorhead/USA!
Unsere 'große Schwester' Victoria Rice hatte schon im Oktober angefangen, Weihnachtspräsente für die Kids meiner 6. Klasse einzukaufen und in kleinen Päckchen nach Hagen zu schicken. Nach und nach füllten sich so oben im Wandschrank zwei Packkisten mit dreiunddreißig liebevoll eingepackten Geschenken.
Ganz so schnell waren wir natürlich nicht, denn es dauert seine Zeit, bis dreiunddreißig 11- und 12-jährige ihr persönliches Geschenk für Tori eingekauft, eingepackt und zur Schule getragen haben. Aber gut zwei Wochen vor Weihnachten waren auch wir so weit:
Ein 15 kg schweres Luftpostpaket zu 119 Euro, eng bepackt mit Süßigkeiten, ganz viel Lesestoff, Bildbänden, Kalendern und liebevoll Gebasteltem ging auf die Reise über den Atlantik.
Toris Geschenke wurden letzten Freitag in der letzten Stunde vor den Ferien verteilt; und natürlich gab es kein Halten mehr, jeder wollte wissen, welche Kostbarkeiten Tori eingepackt hatte. Und immer wieder konnte man hören, "Tori ist verrückt, so viel Geld für uns auszugeben!"
Heute dann die Erfolgsmeldung aus den USA:
Unser Paket ist wohlbehalten bei Tori angekommen, und genauso wie die SchülerInnen hat sie sich sofort über das Paket hergemacht und ihre dreiunddreißig (plus eins) Geschenke ausgepackt.
Mi 24. Dezember 2003
LIEBE WEIHNACHTSGRÜSSE!!!
Zum Weihnachtsfest habe ich von Snowy aus meiner 6. Klasse etwas Süßes 'für Naschkatzen', einen laubgesägten Schutzengel mit Schutzbrief, und einen ganz lieben Brief bekommen!
"Lieber Klausi,
Du sollst wißen das ich dich ganz toll lieb habe.
Du hast mir schon so oft geholfen das man sagen kann, mein zweiter Vater.
Ohne dich weiß ich nicht könnte es sein das ich schon verrück geworden wäre.
Vielen vielen Dank für deine Hilfe.
Ich wünsche dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Hab dich lieb!
Auf ewig, Snowy
Do 25. Dezember 2003
WEIHNACHTEN 2003!!!
Leider ohne Gernot!
In der Woche vor Weihnachten haben die Recklinghäuser Kinder einen Virus in die Familie eingeschleppt, und genau zu Heiligabend hat er schließlich auch Gernot erwischt.
Rosita hat Lars heute um 11 im Hainbuchenhaus abgeholt, und um die Mittagszeit hatten wir die Familie um uns gesammelt, unsere drei 'Kinder' und ihren Anhang.
Große Bescherung natürlich jeder gegen jeden, nur Lars und ich werden in den nächsten Tagen noch einmal eine extra Bescherung haben, weil Jana Gernots Tasche mit ihren Geschenken für Lars und mit Toris Geschenken für mich in Recklinghausen vergessen hatte.
Ronjas großer Hit ist eine Elfen-Barbie mit beleuchteten Elfen-Flügeln, und Finns Hit ist zu Hause eine Carrerabahn von seinem Patenonkel Marcel.
Jana, Finn und Ronja werden die Nacht noch bei uns schlafen, und Lars bleibt wie in den letzten Jahren auch bis zum 29. Dezember und verbringt Silvester dann in der Hainbuche.
Di 30. Dezember 2003
DIE WESTFALENPOST BERICHTET:
"Taxifahrer stellte Fahrrad-Diebin"
"Durch einen aufmerksamen Taxi-Fahrer hat die Polizei am Sonntag gegen 22.50 Uhr eine Fahrraddiebin stellen können.
Dem Taxifahrer war von seinem Stand in der Kampstraße eine Frau aufgefallen, die mit einem Fahrrad in die Straße einbog.
Halb schob sie dabei das Rad, halb trug sie es, da am Hinterrad noch ein Schloss hing.
Augenblicke später fragte ihn ein Mann, ob er Beobachtungen gemacht habe, da man ihm soeben am Sparkassen-Center sein Fahrrad gestohlen hätte.
Daraufhin verfolgten Taxifahrer und Geschädigter die Frau und verständigten die Polizei.
Zeitgleich mit den Beamten konnten sie die Frau in der Rathausstraße stellen.
Die unter Drogen stehende 33-jährige Frau wurde zwecks Blutprobe und Anzeigenaufnahme mit zur Wache genommen."
- Wie sich leicht denken lässt, handelt es sich in dem Artikel bei dem Geschädigten um mich, der sein Fahrrad zwar abgeschlossen, aber nicht angekettet hatte, weil ich meinte, ich hätte es genügend im Blick.
Aber bei den vielen Überweisungen, die noch fürs A.W.H. am Computer-Terminal zu tätigen waren, hatte ich wohl doch etwas den Blick verloren und war dann natürlich voll geplättet, als ich schließlich vor die Tür trat und auf die leere Stelle starrte.
Mi 31. Dezember 2003
SILVESTER 2003!!!
Allein zu Haus!
Zum ersten Mal seit unendlichen Zeiten feiern Inge und ich Silvester weder mit Familie noch im A.W.H. noch sonst irgendwo unter Menschen, sondern ganz allein und gemütlich zu Hause.
Eingerahmt wird unser Silvester von verschiedenen Konzertmitschnitten, die von morgens früh bis nach Mitternacht auf SAT 1 laufen und von denen wir uns die Interessantesten auf Band schneiden: No Angels, Robbie Williams, Elton John, Paul McCartney, Bruce Springsteen, Red Hot Chili Peppers.
Wir fangen den Nachmittag bei einem Stück Kuchen bei Sita und Erik an und setzen den Abend mit einem Raclette fort.
Wir spielen zwischendurch immer wieder Carcassonne, sehen uns die Konzertmitschnitte an, trinken ein Gläschen Wein und lassen das alte Jahr ausklingen.
Es war ein gutes Jahr, es war ein erfülltes Jahr, und wir wünschen uns, dass im kommenden Jahr Inge mit ihrem Knie wieder beschwerdefrei laufen kann und wir und alle unsere Kinder und Enkelkinder gesund bleiben.
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